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Aktiv für Arbeit, Gleichberechtigung, Umwelt, Frieden

Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Wahlplakat der KPÖ für die Nationalratswahl vom 23. November 1986.

Die KPÖ präsentiert auf dem oben stehenden Plakatbeispiel ihre Kernthemen im Nationalratswahlkampf 1986: Arbeit, Gleichberechtigung, Umwelt, Frieden. Mit dem Thema Arbeitsplatzsicherung wendet sie sich an erster Stelle an ihre traditionelle Zielgruppe, die ArbeiterInnen, mit "Gleichberechtigung" gezielt an die Frauen, denen in der Wahlwerbung der KPÖ immer wieder besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde, und mit "Umwelt" und "Frieden" an die UnterstützerInnen bzw. SympathisantInnen der Umwelt- und Friedensbewegung. Aktiv will sich die KPÖ sowohl für die plakatierten Themen als auch für die angesprochenen Zielgruppen zeigen. Sie suggeriert somit Veränderungswillen, während sie gleichzeitig vor einer neuerlichen Großen Koalition warnt, der sie mangelndes soziales Engagement, Packelei und Privilegien vorwirft.

Zur Nationalratswahl vom 23. November 1986:

Bei den Nationalratswahlen vom 23. November 1986 kandidierten folgende Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, KPÖ, Die Grüne Alternative - Liste Freda Meissner-Blau, Die Grünalternativen - Demokratische Liste, Kärntner Grüne - VGÖ - VÖGA - Unabhängige Gemeinderäte, Aktionsliste "Mir reicht`s!". Den Einzug in den Nationalrat schafften vier Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ und GAL.

Die SPÖ erreichte 2,092.024 bzw. 43,1% der abgegebenen Stimmen (80 Mandate), die ÖVP 2,003.663 bzw. 41,3% der abgegebenen Stimmen (77 Mandate), FPÖ 472.205 bzw. 9,7% der abgegebenen Stimmen (18 Mandate), die GAL 234.028 bzw. 4,8 % der abgegebenen Stimmen (8 Mandate).

Die SPÖ verlor somit im Vergleich zur vorhergehenden Nationalratswahl erneut an Stimmen. Maßgeblich für die Abhaltung der Wahl war die Aufkündigung der Kleinen Koalition durch Bundeskanzler Vranitzky, nachdem Jörg Haider auf dem Innsbrucker Parteitag im September zum neuen FPÖ-Obmann gewählt worden war. Bundeskanzler Fred Sinowatz war bereits im Juni 1986 nach der Wahl von Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten zurückgetreten. Die Koalitionsverhandlungen nach der Wahl vom 23. November 1986 führten im Jänner 1987 zur Bildung einer neuerlichen Großen Koalition unter Bundeskanzler Franz Vranitzky und Vizekanzler Alois Mock.

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