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Ihre Säcke sind voll, meiner ist leer

Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Wahlplakat der Volksopposition für die Nationalratswahl vom 22. Februar 1953.

In Analogie zum "Rentenklau"-Plakat der SPÖ gestaltete die Volksopposition (die Kommunisten traten gemeinsam mit der Demokratische Union von Josef Dobretsberger und den Linkssozialisten bei der Nationalratswahl vom 22. Februar 1953 unter dem Namen "Wahlgemeinschaft Österreichische Volksopposition" an) im Nationalratswahlkampf 1953 eines ihrer Plakate:

Zwischen einer roten und einer schwarzen "Rentenklau-Figur" steht ein Männchen - der österreichische Rentner. Beide "Rentenklau-Figuren" tragen Säcke, die mit Renten gefüllt sind. Ihre Gesichter sind aus den Parteikürzeln SPÖ und ÖVP geformt. Somit werden die politischen Mitbewerber SPÖ und ÖVP als feindliche "Rentenklaus" identifiziert, die den PensionistInnen das Geld stehlen. Angesichts der Tatsache, dass sich die beiden Figuren lachend die Hände reichen, appelliert der Rentner an die WählerInnen: "Ihre Säcke sind voll, meiner ist leer. Drum wähle ich Volksopposition. Es muß anders werden in Österreich!" Die Dringlichkeit des Appells "Es muß anders werden in Österreich!" wird mit dem Rufzeichen unterstrichen und fordert die BetrachterInnen auf, die Volksopposition zu wählen, um dem Treiben von SPÖ und ÖVP ein Ende zu setzen.

Zur Nationalratswahl vom 22. Februar 1953:

Bei der Nationalratswahl vom 22. Februar 1953 kandidierten folgende Parteien: ÖVP, SPÖ, Bund österreichischer Monarchisten, Christlichdemokratische Partei (Krscanska demokratska stranka), Christlichsoziale Partei und Parteifreie Persönlichkeiten, Österreichische National-Republikaner und Parteilose, Österreichische Patriotische Union, Überparteiliche Einigung der Mitte, Wahlgemeinschaft parteiloser Persönlichkeiten, Wahlgemeinschaft Österreichische Volksopposition, Wahlpartei der Unabhängigen.

Den Einzug in den Nationalrat schafften ÖVP (1,781.777 Stimmen oder 41,3% der abgegebenen Stimmen bzw. 74 Mandate), SPÖ (1,818.517 Stimmen oder 42,1% der abgegebenen Stimme bzw. 73 Mandate), die Wahlgemeinschaft Österreichische Volksopposition, die Nachfolgerin des Linksblocks bestehend aus KPÖ und Linkssozialisten (228.159 oder 5,3% der abgegebenen Stimmen bzw. 4 Mandate) und die Wahlpartei der Unabhängigen (472.866 Stimmen oder 10,9% der abgegebenen Stimmen bzw. 14 Mandate). Stimmenstärkste Partei wurde die SPÖ, die aufgrund des bestehenden Wahlrechts jedoch ein Mandat weniger als die ÖVP erlangte.

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