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Dein Anteil an Österreichs Reichtum

Quelle: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Plakatsammlung

Wahlplakat der ÖVP für die Nationalratswahl vom 13. Mai 1956

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in Österreich sehr rasch große Schlüsselbereiche der österreichischen Wirtschaft verstaatlicht. Ausschlaggebend für diesen Schritt waren vor allem zwei Gründe: Einerseits konnte dadurch verhindert werden, dass ehemals von den Deutschen übernommene Betriebe (so genannten Deutsches Eigentum) als Reparationszahlungen an die Alliierten gefallen wären. Zweitens wurde die Verstaatlichung als probater Weg gesehen, um die nach dem Krieg darnieder liegende Wirtschaft wieder aufzubauen, wobei die großen Parteien SPÖ und ÖVP jedoch grundsätzlich unterschiedliche Standpunkte zur Verstaatlichung einnahmen. Während die ÖVP darauf pochte, dass nur dort verstaatlicht werden dürfe, wo es für die Privatwirtschaft unmöglich sei, die Betriebe Erfolg versprechend zu führen und die Verstaatlichung überhaupt nur eine vorübergehende Maßnahme sei, äußerte sich die SPÖ positiv zu Verstaatlichung und Planwirtschaft und hätte sich neben den bereits verstaatlichen Wirtschaftsbereichen (Grundstoff-, Schwer- und Elektrizitätswirtschaft sowie Großbanken) durchaus weitere Bereiche unter öffentlicher Hand vorstellen können (Lebensmittel-, Auto- und Zementindustrie).

1955/56, nach dem Abschluss des Staatsvertrags und dem Abzug der Alliierten, ging die ÖVP erstmals vehement daran, die Privatisierung voranzutreiben und die Volksaktie, vorwiegend propagiert von Hermann Withalm, zu bewerben. Nach diesem Modell konnten sich die ÖsterreicherInnen zwischen 1957-65 nicht nur Staatsanteile an den Großbanken, sondern auch an den ehemaligen USIA-Betrieben (ehemaliges Deutsches Eigentum, das von der sowjetischen Besatzungsmacht beansprucht und in Folge von dieser verwaltet wurde) kaufen. Die Privatisierungsbemühungen der ÖVP in den 1950-er und 1960-er Jahren blieben aber wenig erfolgreich, die Verstaatlichte Industrie konnte durch die Volksaktie nicht ernsthaft geschmälert werden, dies war erst eine Folge der Privatisierungsinitiativen der 1990-er Jahre.

Zur Nationalratswahl vom 13. Mai 1956:

Bei der Nationalratswahl vom 13. Mai 1956 kandidierten insgesamt zehn Parteien: Ergokratische Partei, Freie Arbeiterpartei Österreichs, Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), Kommunisten und Linkssozialisten, Österreichische Mittelstandspartei, Österreichische Patriotische Union, Österreichische Volkspartei (ÖVP), Parlamentarische Vertretung der Wahlverhinderten, Partei der Vernunft, Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ).

Den Einzug in den Nationalrat schafften ÖVP (1,999.986 oder 46% der abgegebenen Stimmen bzw. 82 Mandate), SPÖ (1,873.295 oder 43% der abgegebenen Stimmen bzw. 74 Mandate), FPÖ, die aus dem Verband der Unabhängigen (VdU/WdU) hervorgegangen war (283.749 oder 6,5% der abgegebenen Stimmen bzw. 6 Mandate), KuL (192.438 oder 4,4% der abgegebenen Stimmen bzw. 6 Mandate).

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