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Verfasstheit

Die Wandel der EU-europäischen Verfasstheit, also die Vertiefung und Erweiterung des Europäischen Integrationsprojekts von der Wirtschaftsgemeinschaft hin zu einer politischen Union, lässt sich visuell einprägsam anhand der unterschiedlichen grafischen Darstellungen nachvollziehen.

Generell wird die Funktionsweise der EU in Printmedien, Informationsbroschüren und Schulbüchern gerne in Form von Tabellen, Info-Grafiken, Bildern und Landkarten dargestellt. Diese sollen in knapper und übersichtlicher Form die wesentlichen Funktionen und Funktionsweisen von EU-Organen und die komplexen Entwicklungsprozesse auf EU-Ebene auf einen Blick visualisieren. Ebenso sollen diese Abbildungen spezifische Politikfelder wie beispielsweise die EU-Wahlen oder die EU-Erweiterung graphisch mit Daten und Fakten veranschaulichen. Somit gehören Info-Grafiken zu jenen Bildkategorien, die am häufigsten über EU-Europa zirkulieren.

Die ausgewählten Bildbeispiele veranschaulichen zum einen die institutionelle und politische Aufgabenverteilung der EU und spiegeln zum anderen vor allem die rezenten Bemühungen einer Vertiefung der politischen Union mit Hilfe einer EU-Verfassung wider: Es wurde bereits im Jahre 2001 in der "Deklaration von Laeken" beschlossen, ein überwiegend parlamentarisch besetztes Gremium für das Ausarbeiten von Reformvorschlägen zu installieren. Dieser so genannte EU-Konvent bestand aus 105 Mitgliedern und ihren StellvertreterInnen, entsandt von Mitgliedsländern und beitrittswilligen Staaten. Als Vorsitzender fungierte der ehemalige französische Staatspräsident Valery Giscard D’Estaing. Zwischen März 2002 und Juni 2003 arbeitete der Konvent Vorschläge zur Reform der EU-Institutionen und zur Zukunft der Europäischen Union aus. Nach langem Ringen unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten im Oktober 2004 den Vertrag über eine Verfassung für Europa: Die nötige Zustimmung auf der jeweiligen nationalen Ebene, der Ratifikationsprozess, ist mit den gescheiterten Referenden in Frankreich und in den Niederlanden vereitelt worden. Im Moment haben die Staats- und Regierungschefs eine "Denkpause" im Ratifizierungsprozess bis Mitte 2007 vereinbart. 15 von 25 Mitgliedsstaaten haben inzwischen die EU-Verfassung ratifiziert.

Angesichts des Ringens um die EU-Verfassung und auch hinsichtlich der weiteren geplanten Erweiterungen wird die Verfasstheit EU-Europas auch in Zukunft einem ständigen Wandel unterliegen.

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Themenmodul EU kompakt

Das Themenmodul gibt einen Überblick über Institutionen, Verträge und Debatten

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