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Mapping

Die wirkungsmächtigsten Prägungen kollektiver Vorstellungen gehen von jenen Darstellungen aus, die als unmittelbares Abbild der Realität wahrgenommen werden. Mit diesem Wahrnehmungsgestus wird vor allem kartographischen Darstellungen begegnet, die als neutrale Wiedergabe eines Raums erscheinen. Die Europäische Union stellt sich – vor allem im Zuge des Erweiterungsprozesses – zunehmend als geographisch definierter Raum dar, wobei die kartographischen Darstellungen vor und nach der Erweiterung die einprägsamen Visualisierungsstrategien von "mapping" sichtbar machen: Die EU erscheint als weitgehend homogener Raum, die Beitrittsländer sind unterschiedlich gefärbt und markieren damit ein "Anderes" der EU, eine Differenz, die in den neuen, nach den jeweiligen Erweiterungsrunden herausgegebenen Karten aufgehoben ist. Färbig erscheinen die Beitrittskandidaten, gewissermaßen eine räumliche Verschiebung des "Anderen". Als graues "Niemandsland" werden hingegen jene Räume gezeichnet, die nicht der EU angehören bzw. zu den Beitrittskandidaten zählen.

Die kartographischen Darstellungen generieren somit wirkungsvolle Vorstellungen von innerer Homogenität, sie markieren eine klar gezogene Differenz zwischen Zugehörigkeit und Nichtzugehörigkeit zu EU-Europa. Unberührt von den Debatten um den Kanon an Werten und Traditionen, der Europa ausmacht, zeigen die Karten EU-Europa als einen eindeutigen, klar abgegrenzten Raum.

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Themenmodul 1989-2009

Das Themenmodul gibt einen Überblick über die historische Entwicklung und den aktuellen Erweiterungsprozess

Wissensstation EU-Beitritt Österreichs

Die Wissensstation EU-Beitritt Österreichs gibt einen Überblick über den EU-Beitritt Österreichs.

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