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STATION 2: Einwanderungsland Österreich

Auch wenn Österreich eine andere Tradition und Selbstwahrnehmung hat als etwa das klassische Einwanderungsland USA, ist auch Österreich de facto eines. Dies zeigen besonders die statistischen Daten: 2016 hatten 22 % der EinwohnerInnen Österreichs einen Migrationshintergrund, d.h. ihre beiden Elternteile sind im Ausland geboren. In Wien ist der Anteil doppelt so hoch. Insgesamt leben in Österreich 1,898 Millionen Menschen, die aus einem anderen Land stammen.

Wie setzt sich die österreichische Bevölkerung zusammen?


Diese Grafik vermittelt einen Überblick über die Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach dem Kriterium des Migrationshintergrunds. Migrationshintergrund bedeutet, dass man entweder selbst oder beide Elternteile im Ausland geboren sind. Bei den hier lebenden Personen mit Migrationshintergrund wird zwischen der ersten und zweiten MigrantInnengeneration unterschieden: Etwa 16,5 % der österreichischen Bevölkerung gehörten 2016 der ersten Generation an, wurden also selbst im Ausland geboren, 5,6 % sind Teil der zweiten Generation und wurden in Österreich geboren. Insgesamt macht die Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2016 22,1 % aus.

 

Die obere Grafik zeigt die Bevölkerung nach ihrem rechtlichen Status der Staatsangehörigkeit. 2016 hatten 15,3 % der österreichischen Bevölkerung (davon 2,2 % in Österreich Geborene) keinen österreichischen Pass, 84,7 % waren österreichische StaatsbürgerInnen. 18,9 % der Bevölkerung waren im Ausland geboren worden, davon 5,8 % mit österreichischer Staatsangehörigkeit.

 


 
Die Entwicklung Österreichs zum Einwanderungsland lässt sich am AusländerInnenanteil erkennen, der in den letzten Jahrzehnten von rund 1% auf 15,3 % (2016) angewachsen ist.




 

 

Die meisten Personen, die 2016 in Österreich lebten und eine ausländische Staatsbürgerschaft hatten, kamen aus Deutschland (181.618). Ihnen folgen Personen, die aus Serbien (118.454), der Türkei (116.838), Bosnien und Herzegowina (94.611), Rumänien (92.095), Kroatien (73.334), Ungarn (70.584) und Polen (60.079) kommen.

Woher und warum kommen Zuwanderer nach Österreich?


 © Demokratiezentrum Wien

Die Grafik zeigt, aus welchen Gründen Menschen aus dem Ausland nach Österreich kommen. Insgesamt zogen  2016 174.300 Personen aus dem Ausland nach Österreich. Im gleichen Zeitraum verließen 109.600 Menschen das Land wieder, das bedeutet die "Nettozuwanderung" oder der Wanderungssaldo betrug 64.600 Personen. Die größte Gruppe stellten BinnenmigrantInnen aus der EU/EWR und der Schweiz (85.700) dar. Ihr folgen AsylwerberInnen (42.300), österreichische Staatsangehörige, die aus dem Ausland zurückkehren (15.500), der Familiennachzug aus Nicht-EU-Staaten (14.200), weiterer Zuzug aus Nicht-EU-Staaten (6.200), SaisonarbeiterInnen (3.200) und FacharbeiterInnen (1.200).

 

Worüber Österreich diskutiert:
Wie viele Einwanderer und Einwanderinnen braucht Österreich? Was meinst du dazu?


Literatur und Quellen:
Statistik Austria (www.statistik.at)
Migration und Integration. Zahlen, Daten, Indikatoren 2016. Erstellt von Statistik Austria, Wien 2016.

Migration und Integration. Zahlen, Daten, Indikatoren 2017. Erstellt von Statistik Austria, Wien 2017.

 

 


© Demokratiezentrum Wien

Hast du gewusst...


… dass in den letzten Jahren die meisten ZuwanderInnen aus Rumänien kamen? 2016 wanderten 16.700 rumänische StaatsbürgerInnen nach Österreich ein. Aus der Türkei hingegen nur 3.700 Personen. Das bedeutet eine Umkehr eines langjährigen Trends starker Zuwanderung aus der Türkei.

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