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Frauen in der Politik - Positionsinhaberinnen und institutionelle Frauenpolitik in Österreich

1918
Vereins- und Versammlungsrecht ohne Unterschied des Geschlechts. Damit fiel der Verbotsparagraph des Vereinsgesetzes aus 1867, mit dem "Ausländern, Frauenspersonen und Minderjährigen" die offizielle Mitgliedschaft in politischen Vereinen unmöglich gemacht wurde.

1919
Nach dem gesetzlichen Erhalt des Wahlrechts 1918 gingen 1919 die Frauen zum ersten Mal zur Wahlurne

1927
Erste Präsidentin des Bundesrates: Olga Rudel-Zeynek (1871-1948), Christlichsoziale Partei

1929
Die erste Österreichische Frauenpartei wird gegründet.

1945
Erste Staatssekretärin (für Volksernährung): Helene Postranecky, KPÖ

1953
Erste Bürgermeisterin:
Maria Krenn, Groß-Siegharts, Niederösterreich, SPÖ (war gleichzeitig auch Abgeordnete zum NR)

1966
Erste Ministerin (für Soziales):
Grete Rehor, ÖVP

1970
Hertha Firmberg wird zunächst Ministerin ohne geregelten Zuständigkeitsbereich, danach Ministerin für Wissenschaft und Forschung. Nach ihr ist ein seit einigen Jahren für Habilitantinnen an österreichischen Universitäten eingerichtetes Stipendium benannt.
Gertrude Wondrak wird Staatssekretärin im Bundesministerium für soziale Verwaltung.

1971
Ingrid Leodolter wird Gesundheitsministerin.
Elfriede Karl wird Staatssekretärin für Familienfragen im Bundeskanzleramt.

1979
Beginn der Institutionalisierung der Frauenpolitik in Österreich. Bundeskanzler Bruno Kreisky erweitert seine Regierung um zwei Staatssekretariate für Frauenfragen (Staatssekretariat für allgemeine Frauenfragen im Bundeskanzleramt sowie das Staatssekretariat für Angelegenheiten der berufstätigen Frauen im Sozialministerium). Kreisky setzte diese Ernennungen nur gegen großen Widerstand innerhalb der Parteigremien und Opposition durch - 1983 wurde im Zuge der Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und FPÖ das Staatssekretariat für Berufsbelange wieder eingespart.

1979
Erste Landtagspräsidentin: Johanna Preinsdorfer, ÖVP, Oberösterreich

1979
Staatssekretariat für Allgemeine Frauenangelegenheiten: Johanna Dohnal, SPÖ

1985
Erstmals Quotenregelung einer politischen Partei (SPÖ, 25-%-Quote)

1986
Erste Klubobfrau einer im Parlament vertretenen Partei: Freda Meissner-Blau, Grüne Alternative

1986
Erste weibliche Kandidatin bei einer Bundespräsidentenwahl: Freda Meissner-Blau, Grüne Alternative

1986
Erste Frau im Präsidium des Nationalrates: Marga Hubinek, ÖVP

1988
Erste Generalsekretärin einer politischen Partei: Heide Schmidt, FPÖ

1990
Im Zuge von Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP wird das sogenannte Frauenstaatssekretariat in ein Bundesministerium für Frauenangelegenheiten umgewandelt. Der Institution stehen aufgrund ihrer Eingliederung ins Bundeskanzleramt damit aber auch weniger finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung.
Erste Frauenministerin wird Johanna Dohnal, SPÖ.

1993
Este weibliche Parteivorsitzende: Heide Schmidt, Liberales Forum

1994
Erstmals weibliche Spitzenkandidatinnen bei einer Nationalratswahl: Madeleine Petrovic (Die Grünen), Heide Schmidt (Liberales Forum)

1994
Erstmals wird eine Frau Präsidentin der Kammer für Arbeiter und Angestellte: Eleonore Hostasch, SPÖ

1996
Erste Landeshauptfrau:Waltraud Klasnic, Steiermark, ÖVP

1997
Frauenvolksbegehren

2000
Das Bundesministerium für Frauenangelegenheiten wird abgeschafft. Stattdessen wird das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen geschaffen.

2000
Erste Vizekanzlerin der Republik Österreich: Susanne Riess-Passer, FPÖ

2000
24. Oktober: Herbert Haupt (FPÖ) wird vom Bundespräsidenten zum Bundesminister für Soziale Sicherheit und Generationen angelobt. Er ist auch für Frauenpolitik zuständig.

2001
25. Februar: Herbert Haupt schlägt die Schaffung einer eigenen Abteilung für Männerfragen im Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen vor.

2001
März: Die Abteilung für Männerfragen im Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen wird eingerichtet.

2002
Oktober: Hilde Zach wird in Innsbruck die erste Bürgermeisterin einer Landeshauptstadt.

2003
1. Jänner: Brigitte Birlein wird Vizepräsidentin des Verfassungsgerichtshofes. Sie ist die erste Frau im Präsidium des Höchstgerichts.
1. Mai: Maria Rauch-Kallat (ÖVP) übernimmt das neue Ministerium für Gesundheit und Frauen.

2004
Liese Prokop wird erste Innenministerin, Ursula Plassnik erste Außenministerin, Karin Gastinger erste Justizministerin.

2006
Barbara Prammer wird als erste Frau Erste Nationalratspräsidentin.

(Quellen: Steininger, Barbara: Feminisierung der Demokratie? Frauen und politische Partizipation, in: Pelinka, Anton / Plasser, Fritz / Meixner, Wolfgang: Die Zukunft der österreichischen Demokratie. Trends, Prognosen und Szenarien. Signum Verlag. Wien 2000, S. 141-167, Eigenrecherchen)

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