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Chronik der europäischen Einigung 1950-2007

1950
9. Mai: In seiner Rede stellt der französische Außenminister Robert Schuman den von Jean Monnet entwickelten Plan vor, die Kohle- und Stahlproduktion Frankreichs und der Bundesrepublik Deutschland zusammenzulegen und eine Organisation zu gründen, die den anderen europäischen Ländern zum Beitritt offen stehen soll.

1951
18. April: Sechs Länder (BRD, Frankreich, Luxemburg, Niederland, Belgien, Italien) unterzeichnen in Paris den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).

1952
27. Mai: In Paris wird der Vertrag zur Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) unterzeichnet.
23. Juli: Jean Monnet wird zum Präsidenten der Hohen Behörde und Paul Henri Spaak zum Präsidenten der Gemeinsamen Versammlung der EGKS ernannt.

1954
20. bis 23. Oktober: Im Anschluss an die Konferenz von London werden die Pariser Verträge abgeschlossen: In ihnen sind die Modalitäten für die Erweiterung des Brüsseler Pakts festgelegt, der zur Westeuropäischen Union (WEU) umgestaltet wird.

1955
1. und 2. Juni: Auf der Konferenz von Messina beschließen die Außenminister der Sechs, die europäische Integration auf die gesamte Wirtschaft auszudehnen. René Mayer wird zum Präsidenten der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gewählt.

1957
25. März: In Rom werden die Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) unterzeichnet.
27. November: Hans Furler wird zum Präsidenten der Gemeinsamen Versammlung der EGKS gewählt.

1958
1. Januar: Die Römischen Verträge treten in Kraft; die Kommission der EWG und die Kommission der EAG nehmen ihre Arbeit in Brüssel auf.
7. Januar: Walter Hallstein wird zum Präsidenten der EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) -Kommission, Louis Armand zum Präsidenten der Euratom-Kommission gewählt. Paul Finet wird Präsident der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).
19. März: In Straßburg findet die Eröffnungssitzung der Parlamentarischen Versammlung statt, zu deren Präsident Robert Schuman gewählt wird. Diese Versammlung löst diejenige der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) ab.

1959
2. Februar: Etienne Hirsch wird zum Präsidenten der Euratom-Kommission gewählt.
11. September: Piero Malvestiti wird zum Präsidenten der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gewählt.

1960
4. Januar: Auf Initiative des Vereinigten Königreichs wird das Stockholmer Abkommen zur Gründung der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) unterzeichnet.

1961
7.-10. März: Hans Furler wird zum Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung gewählt.
20. Dezember: Walter Hallstein wird zum Präsidenten der Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gewählt.

1962
27.-30. März: Gaetano Martino wird zum Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung gewählt, die ihre Umbenennung in "Europäisches Parlament" beschließt.
30. Juli: Eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wird eingeführt.

1963
14. Januar: Auf einer Pressekonferenz erklärt General de Gaulle, Frankreich werde den Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Gemeinschaft ablehnen.
8. Oktober: Dino del Bo wird zum Präsidenten der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gewählt.

1964
21. März: Jean Duvieusart wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.

1965
2. März: Victor Leemans wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
8. April: Der Vertrag zur Fusion der Exekutivorgane der drei Gemeinschaften und zur Einsetzung eines gemeinsamen Rates und einer gemeinsamen Kommission wird unterzeichnet. Er tritt am 1. Juli 1967 in Kraft.

1966
29. Januar: Nach dem so genannten "Luxemburger Kompromiss" nimmt Frankreich wieder an den Sitzungen des Rates teil, fordert aber im Gegenzug die Beibehaltung der Einstimmigkeitsentscheidungen im Ministerrat, wenn "vitale Interessen" auf dem Spiel stehen.
7. März: Alain Poher wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.

1967
3. Juli: Der Rat der Europäischen Gemeinschaften kommt unter deutschem Vorsitz zu seiner ersten Tagung zusammen.
6. Juli: Die neue Kommission unter Kommissionspräsident Jean Rey tritt ihr Amt an.

1968
1. Januar: Frankreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
1. Juli: Italien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
18 Monate früher als geplant werden die letzten Binnenzölle für gewerbliche Erzeugnisse abgeschafft; der gemeinsame Zolltarif (GZT) gegenüber dritten Ländern wird eingeführt.
1. und 2. Dezember: Auf dem Gipfeltreffen von Den Haag beschließen die Staats- bzw. Regierungschefs den Übergang von der Übergangsphase zur Endstufe der Gemeinschaft. Sie einigen sich auf endgültige Agrarregelungen und die Zuweisung eigener Mittel an die EWG.

1969
1. Januar: Luxemburg übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
März: Mario Scelbar wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
1. Juli: Die Niederlande übernehmen den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
6. Juli: Jean Rey wird erneut zum Präsidenten der Kommission gewählt.

1970
1. Januar: Belgien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
22. April: In Luxemburg wird der Vertrag zur schrittweisen Finanzierung der Gemeinschaften durch Eigenmittel und die Erweiterung der Kontrollbefugnisse des Europäischen Parlaments unterzeichnet.
1. Juli: Deutschland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
2. Juli: Die neue Kommission mit Franco Maria Malfatti als Präsident nimmt ihre Tätigkeit auf.

1971
1. Januar: Frankreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
März: Walter Behrendt wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
1. Juli: Italien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1972
1. Januar: Luxemburg übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
22. Januar: In Brüssel werden die Beitrittsakte von Dänemark, Irland, Norwegen, Vereinigtes Königreich unterzeichnet.
21. März: Der Präsident der Kommission, Franco Maria Malfatti, tritt zurück; zu seinem Nachfolger wird Vizepräsident Sicco Mansholt ernannt.
24. April: Die Sechs beschließen, das System der "Währungsschlange" einzuführen: Die maximalen Schwankungsbreiten der Wechselkurse der Mitgliedstaaten dürfen nicht mehr als 2,25 % betragen.
1. Juli: Die Niederlande übernehmen den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1973
1. Januar: Belgien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich treten den Europäischen Gemeinschaften bei (negatives Referendum in Norwegen).
6. Januar: François Xavier Ortoli tritt sein Amt als Präsident der Europäischen Kommission an.
13. März: Cornelis Berkhouwer wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
1. Juli: Dänemark übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1974
1. Januar: Deutschland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
1. Juli: Frankreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
9. und 10. Dezember: Auf dem Gipfeltreffen von Paris beschließen die neun Staats- bzw. Regierungschefs, dreimal jährlich im Europäischen Rat zusammenzukommen; sie schlagen die Direktwahl der Europäischen Versammlung vor und einigen sich auf die Gründung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
19. Dezember: Die Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten beschließen, die Amtszeit des Kommissionspräsidenten François-Xavier Ortoli bis zum 5. Januar 1977 zu verlängern.

1975
1. Januar: Irland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
11. März: Georges Spénale wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
1. Juli: Italien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
22. Juli: Der Vertrag über die Erweiterung der Haushaltsbefugnisse der Europäischen Versammlung und die Gründung des Europäischen Rechnungshofes wird unterzeichnet. Er tritt am 1. Juni 1977 in Kraft.

1976
1. Januar: Luxemburgübernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
1. Juli: Die Niederlande übernehmen den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1977
1. Januar: Das Vereinigte Königreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
6. Januar: Die im Dezember 1976 ernannte neue Kommission tritt ihr Amt an; ihr Präsident ist Roy Jenkins.
März: Emilio Colombo wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
1. Juli: Belgien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1978
1. Januar: Dänemark übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
1. Juli: Deutschland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
6. und 7. Juli: Auf dem Gipfeltreffen in Bremen regen Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland eine Neubelebung der Zusammenarbeit im Währungsbereich durch die Schaffung eines Europäischen Währungssystems (EWS) an, das an die Stelle der "Währungsschlange" treten soll.
19. Dezember: Die Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten verlängern die Amtszeit von Roy Jenkins als Präsident der Kommission um zwei Jahre (vom 6. Januar 1979 bis zum 5. Januar 1981).

1979
1. Januar: Frankreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
13. März: Das EWS tritt in Kraft.
7. und 10. Juni: Die erste allgemeine Wahl der 410 Mitglieder des Europäischen Parlaments findet statt.
1. Juli: Irland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
17.-20. Juli: Erste Sitzung des direkt gewählten Parlaments in Straßburg. Simone Veil wird im zweiten Wahlgang mit absoluter Mehrheit zur Präsidentin gewählt.

1980
1. Januar: Italien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
1. Juli: Luxemburg übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1981
1. Januar: Die Niederlande übernehmen den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. Griechenland tritt der Europäischen Gemeinschaft bei.
20. Januar: Die neue Kommission unter Präsident Gaston Thorn wird eingesetzt.
1. Juli: Das Vereinigte Königreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1982
1. Januar: Belgien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
19. Januar: Pieter Dankert wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
1. Juli: Dänemark übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1983
1. Januar: Deutschland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
1. Juli: Griechenland übernimmt erstmals den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1984
1. Januar: Frankreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
28. Februar: Das Esprit-Programm – Europäisches strategisches Programm für Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Informationstechnologie – wird angenommen.
14 und 17. Juni: Das Europäische Parlament wird zum zweiten Mal gewählt.
1. Juli: Irland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
24. Juli: Pierre Pflimlin wird zum Präsidenten des Europaparlaments gewählt.
8. Dezember: In Togo wird das dritte Lomé-Abkommen zwischen der Zehnergemeinschaft und 66 Ländern Afrikas, des karibischen Raums und des Pazifischen Ozeans unterzeichnet.

1985
1. Januar: Italien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
7. Januar: Jacques Delors wird zum Präsidenten der Kommission der Europäischen Gemeinschaften ernannt.
1. Juli: Luxemburg übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
2. bis 4. Dezember: Auf der Tagung des Europäischen Rates von Luxemburg beschließen die Zehn die "Einheitliche Europäische Akte", durch die die Römischen Verträge geändert werden und die europäische Integration neuen Auftrieb erhalten soll.

1986
1. Januar: Die Niederlande übernehmen den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. Spanien und Portugal treten der Europäischen Gemeinschaft bei.
17. und 28. Februar: In Luxemburg und Den Haag wird die Einheitliche Europäische Akte unterzeichnet.
1. Juli: Das Vereinigte Königreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1987
1. Januar: Belgien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
20. Januar: Sir Henry Plumb wird zum Parlamentspräsidenten gewählt.
14. April: Die Türkei beantragt die Aufnahme in die Europäischen Gemeinschaften.
1. Juli: Dänemark übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. Die Einheitliche Europäische Akte tritt in Kraft.
27. Oktober: Die WEU verabschiedet in Den Haag eine gemeinsame Sicherheitsplattform.

1988
1. Januar: Deutschland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
Februar: Reform der Finanzierung der Gemeinschaftspolitiken. Mehrjährige Ausgabenplanung 1988-1992, Reform der Strukturfonds.
1. Juli: Griechenland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1989
1. Januar: Spanien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
Januar: Die Amtszeit des Präsidenten der EG-Kommission, Jacques Delors, wird um weitere vier Jahre verlängert.
15. und 18. Juni: Das Europäische Parlament wird zum dritten Mal in allgemeiner Direktwahl gewählt.
1. Juli: Frankreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
17. Juli: Österreich beantragt die Mitgliedschaft in der EWG.
25. Juli: Enrique Barón Crespo wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
9. November: Die Berliner Mauer fällt.
9. Dezember: Auf der Tagung des Europäischen Rates in Straßburg wird die Einberufung einer Regierungskonferenz beschlossen.

1990
1. Januar: Irland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
29. Mai: Die Verträge über die Gründung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) werden unterzeichnet.
19. Juni: Das Übereinkommen von Schengen wird unterzeichnet.
1. Juli: Italien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
4. und 16. Juli: Malta und Zypern beantragen die Aufnahme in die Europäischen Gemeinschaften.
3. Oktober: Vereinigung Deutschlands.
14. Dezember: In Rom werden die Regierungskonferenzen über die Wirtschafts- und Währungsunion und über die Politische Union eröffnet.

1991
1. Januar: Luxemburg übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
1. Juli: Die Niederlande übernehmen den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. Schweden beantragt die Aufnahme in die Europäischen Gemeinschaften.
21. Oktober: Abkommen über die Errichtung des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR), dem die Gemeinschaft und ihre westeuropäischen Nachbarländer angehören.
9. und 10. Dezember: Tagung des Europäischen Rates in Maastricht.

1992
1. Januar: Portugal übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.
14. Januar: Egon Klepsch wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
7. Februar: Der Vertrag über die Europäische Union wird in Maastricht unterzeichnet.
18. März: Finnland beantragt die Aufnahme in die Europäischen Gemeinschaften.
25. März: Norwegen beantragt die Aufnahme in die Europäischen Gemeinschaften.
2. Mai: In Porto wird das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) unterzeichnet.
1. Juli: Das Vereinigte Königreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften.

1993
1. Januar: Dänemark übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. Verwirklichung des Binnenmarktes.
1. Juli: Belgien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften, Präsident: Jean-Luc Dehaene.
1. November: Inkrafttreten des Maastrichter Vertrags.

1994
1. Januar: Griechenland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
1. April: Ungarn beantragt die Aufnahme in die Europäischen Gemeinschaften.
8. April: Polen beantragt die Aufnahme in die Europäischen Gemeinschaften.
15. April: Unterzeichnung der Schlussakte der Verhandlungen der Uruguay-Runde im Rahmen des GATT in Marrakesch.

EU-Volksabstimmung am 12.6.1994
EU-Volksabstimmung am 12.6.1994
von li. nach re.: Bundespräsident Thomas Klestil, EU-Staatssekretärin Brigitte Ederer (SPÖ), Außenminister Alois Mock (ÖVP), ÖVP-Bundesobmann Erhard Busek.
© Votava Wien

24. und 25. Juni: Tagung des Europäischen Rates in Korfu. Unterzeichnung der Beitrittsakte Österreichs, Finnlands, Norwegens und Schwedens.
1. Juli: Deutschland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
19.-26. Juli: Das neu gewählte Europäische Parlament hält seine erste Sitzung in Straßburg ab. Klaus Hänsch wird zu seinem Präsidenten gewählt. Jacques Santer wird offiziell zum Präsidenten der Europäischen Kommission ernannt.
16. Oktober: Finnland stimmt der EU-Mitgliedschaft per Referendum zu.
13. November: Schweden stimmt der EU-Mitgliedschaft per Referendum zu.
27. und 28. November: Norwegen lehnt die EU-Mitgliedschaft per Referendum ab.

1995
1. Januar: Frankreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Beitritt Österreichs, Finnlands und Schwedens zur Europäischen Union.
Jänner 1995: Die neue Kommission unter Präsident Jacques Santer nimmt ihre Arbeit auf.
26. März: Das Übereinkommen von Schengen tritt in Kraft.
12. Juni: Unterzeichnung von Europa-Abkommen mit Estland, Lettland und Litauen.
22. Juni: Rumänien beantragt die Aufnahme in die Europäische Union.
27. Juni: Die Slowakei beantragt die Aufnahme in die Europäische Union.
1. Juli: Spanien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
19. Juli: Klaus Hänsch wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
27. Oktober: Lettland beantragt die Aufnahme in die Europäische Union.
24. November: Estland beantragt die Aufnahme in die Europäische Union.
27. und 28. November: Europa-Mittelmeer-Konferenz in Barcelona.
8. Dezember: Litauen beantragt die Aufnahme in die Europäische Union.
14. Dezember: Bulgarien beantragt die Aufnahme in die Europäische Union.

1996
1. Januar: Italien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
16. Januar: Slowenien beantragt die Aufnahme in die Europäische Union.
17. Januar: Die Tschechische Republik beantragt die Aufnahme in die Europäische Union.
1. Juli: Irland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.

1997
1. Januar: Die Niederlande übernehmen den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
14.1.1997: José María Gil-Robles Gil-Delgado wird zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.
1. Juli: Luxemburg übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
16. Juli: Die Agenda 2000 wird dem Europäischen Parlament vorgelegt.
2. Oktober: In Amsterdam wird der "konsolidierte" Vertrag unterzeichnet.

1998
1. Januar: Das Vereinigte Königreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
30. März: Einleitung des Beitrittsprozesses von zehn beitrittswilligen Staaten Mittel- und Osteuropas sowie Zyperns – gefolgt von bilateralen Regierungskonferenzen zunächst mit Zypern, Ungarn, Polen, Estland, der Tschechischen Republik und Slowenien.
31. März: Schengen: Aufhebung der Personenkontrollen an den Landgrenzen zu Italien.
1. bis 3. Mai: Tagung des Rates der Finanzminister der Fünfzehn und des Europäischen Rates. Bestimmung der Staaten, die zur dritten Stufe der WWU übergehen können.
1. Juli: Beginn der ersten österreichischen EU-Ratspräsidentschaft.

1999
1. Januar: Elf Mitgliedstaaten der Europäischen Union beginnen die dritte Phase der Wirtschafts- und Währungsunion und führen den Euro ein. Beginn der deutschen Präsidentschaft.
15. März: Geschlossener Rücktritt der Kommission.
24. März: Erklärung des Europäischen Rats zur Benennung von Romano Prodi, dem neuen Präsidenten der Kommission.
25. März: Europäischer Rat in Berlin – grundsätzliche Einigung über die Agenda 2000 und Erneuerung der Finanzperspektiven.
1. Mai: Der Vertrag von Amsterdam tritt in Kraft.
3.-4. Juni: Europäischer Rat in Köln. Javier Solana Madariaga wird zum Hohen Repräsentanten für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und zum Generalsekretär des Rates ernannt.
8.-13. Juni: Fünfte Direktwahl des Europäischen Parlaments.
1. Juli: Finnland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
20. Juli: Nicole Fontaine wird zur Präsidentin des Europäischen Parlaments gewählt.

2000
1. Januar: Portugal übernimmt den Vorsitz des Rates der Europäischen Union.
14. Februar: Eröffnung der Regierungskonferenz über die institutionelle Reform in Brüssel (Belgien).
23./24. März: Auf der Sondertagung des Europäischen Rates in Lissabon (Portugal) wird über eine neue Strategie der Union zur Stärkung der Beschäftigung, der Wirtschaftsreform und des sozialen Zusammenhalts als Teil einer wissensorientierten Wirtschaft entschieden.
1. Juli: Frankreich übernimmt den Vorsitz des Rates der Europäischen Union.
19./20. Juli: Die Tagung des Europäischen Rates wird in Santa Maria da Feira, Portugal, abgehalten. Es werden die Grundzüge der Wirtschaftspolitik der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten für das Jahr 2000 und eine gemeinsame Strategie für den Mittelmeerraum angenommen.
7. Dezember: Europäischer Rat in Nizza: Der Rat berät u.a. über die Erweiterung der EU, die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Koordinierung der Wirtschaftspolitik und die Europäische Sozialagenda, die gebilligt wird. Die Regierungskonferenz endet mit der politischen Einigung über den Vertrag von Nizza. Am Rande des Gipfels proklamieren die Präsidenten des Europäischen Parlaments, des Europäischen Rates und der Kommission feierlich die Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

2001
1. Januar: Schweden übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
26. Februar: Der Vertrag von Nizza wird unterzeichnet. Er ändert den Vertrag über die Europäische Union und den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft ab.
15./16. Juni 2001: Der Europäische Rat von Göteborg bestätigt, dass der Erweiterungsprozess unumkehrbar ist.
1. Juli: Belgien übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.
15./16. Dezember: Gipfel in Laeken. Die EU-Staats- und Regierungschefs verabschieden eine "Erklärung über die Zukunft der Europäischen Union" (EU). Sie soll die Grundlage für die nächsten EU-internen Reformen vor der Erweiterung bilden. Erstmals sollen die Reformen nicht mehr ausschließlich von den Regierungen, sondern von einem "Konvent" vorbereitet werden. Ziel der Reformdiskussion ist auch eine Verfassung für die Europäische Union.

2002
1. Januar: Die Euro-Münzen und -Scheine kommen in Umlauf. Beginn der spanischen Präsidentschaft.
15. Januar: Patrick Cox wird zum Präsident des Europäischen Parlaments gewählt.
28. Februar: Die nationalen Münzen und Banknoten verlieren ihre Gültigkeit.
28. Februar: Der EU-Konvent tritt in den Räumen des Europäischen Parlaments in Brüssel zum ersten Mal zusammen. Er soll zwischen März 2002 und Juni 2003 Vorschläge zur möglichen künftigen Gestalt der EU und zu einer EU-Verfassung ausarbeiten.
15./16.März: Gipfeltreffen in Barcelona.
1. Juli: Dänemark übernimmt die EU-Präsidentschaft.
12./13. Dezember: Kopenhagener Gipfel: Die Aufnahme von 10 weiteren Mitgliedern wird beschlossen.

2003
1. Januar: Griechenland übernimmt die Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union.
9. April: Das Europäische Parlament stimmt der Erweiterung der EU mit überwältigender Mehrheit zu. Das Parlament ratifiziert jeden einzelnen Beitrittsvertrag und ebnet den Weg für die Unterzeichnung durch die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel in Athen.
16. April: Unterzeichnung des Erweiterungsvertrags der EU in Athen.
13. Juni: Der EU-Konvent einigt sich über einen Textentwurf für eine europäische Verfassung.
20. Juni: Beim EU-Gipfel in Porto Karras zeichnet sich ab, dass der Entwurf zur EU-Verfassung von den Regierungschefs grundsätzlich angenommen wird. Der Konvent wird seine Arbeit am 15. Juli beenden, bis dahin müssen die noch umstrittenen Punkte des Verfassungsentwurfes endgültig formuliert werden.
1. Juli: Italien übernimmt die Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union.
12.-13. Dezember: Scheitern des Verfassungsgipfels in Brüssel nach der Blockade Polens und Spaniens gegen ein neues Abstimmungssystem im EU-Ministerrat.

2004
1. Januar: Irland übernimmt den EU-Ratsvorsitz.
1. Mai: Die EU bekommt 10 neue Mitgliedsstaaten.
10.-13. Juni: In den 25 Mitgliedstaaten der EU finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. 17./18. Juni 2004: Im Rahmen der Tagung des Europäischen Rates von Brüssel einigen sich die 25 Staats- und Regierungschefs auf einen endgültigen Text der Europäischen Verfassung. Es wird Übereinkunft darüber erzielt, dass es sich bei Kroatien um einen EU-Beitrittskandidaten handelt und der Beitrittsprozess eingeleitet werden sollte.
1. Juli: Die Niederlande übernehmen den EU-Ratsvorsitz.
20. Juli: Das neue Europäische Parlament wählt Josep Borrell Fontelles zum designierten Präsidenten.
22. Juli: Das Europäische Parlament wählt José Manuel Barroso zum Kommissionspräsidenten.
29. Oktober: Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union unterzeichnen in Rom die erste europäische Verfassung. Die Verfassung kann frühestens im November 2006 in Kraft treten. Dazu muss sie in den nächsten Monaten in allen 25 Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. In mindestens zehn Ländern, aber nicht in Österreich, ist dazu eine Volksabstimmung vorgesehen.
18. November: Das Europäische Parlament billigt die neue Barroso-Kommission, nachdem der designierte Präsident seinen ersten Vorschlag zurückgezogen hatte.
17. Dezember: Beim Gipfeltreffen der 25 Staats- und Regierungschefs in Brüssel wird beschlossen, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufzunehmen.

2005
1. Januar: Luxemburg übernimmt die Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union.
1. Februar: Das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kroatien tritt in Kraft.
17. April: Das Europäische Parlament gibt seine Zustimmung zu den Anträgen der Republik Bulgarien und der Republik Rumänien auf Mitgliedschaft in der EU. Der Beitritt ist für 2007 vorgesehen.
27. Mai: In Frankreich sprechen sich 54,87 Prozent der Wähler beim Referendum gegen die EU-Verfassung aus.
1. Juni: Auch in den Niederlanden wird die EU-Verfassung (mit 61,6 Prozent der WählerInnenstimmen) abgelehnt.
16./17. Juni: Nach den negativen Referenden in Frankreich und den Niederlanden beschließt der Rat in Brüssel vorerst keine weitere Ratifizierung durchzuführen. Erst im Juni 2006 soll geklärt werden, wie es mit der Ratifizierung weiter gehen soll. Dadurch könnte sich das Ende des Ratifizierungsverfahrens bis Mitte 2007 verschieben.
1. Juli 2005: Großbritannien übernimmt die Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union.
3. Oktober: Öffnung der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und Kroatien.

2006
1. Jänner: Österreich übernimmt zum zweiten Mal die EU-Ratspräsidentschaft.
16. Februar 2006: Das Europäische Parlament verabschiedet in Erster Lesung einen Bericht über die EU-Dienstleistungsrichtlinie (Bolkestein-Richtlinie).
1. Juli 2006: Finnland übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft.
1. August 2006: Der Kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader bekräftigt in Salzburg bei einem Treffen des Stabilitätspakts für Südosteuropa, dass Kroatien 2008 der EU beitreten möchte.
8. November 2006: Die EU-Kommission legt einen Fortschrittsbericht zum EU-Beitritt der Türkei, von Kroatien und der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien vor. Eine Empfehlung über die Türkei-Verhandlungen will die Kommission erst Mitte Dezember bei ihrem Treffen in Brüssel geben. Kroatien wird ein "guter Start" bei den Beitrittsverhandlungen attestiert.

2007
1. Jänner: Mit Bulgarien und Rumänien erhält die EU zwei neue Mitgliedsstaaten. Deutschland übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft.
1.Juli: Portugal übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft.

(Quellen: Forum Politische Bildung (Hg.): Zum politischen System Österreichs. Zwischen Modernisierung und Konservativismus (Informationen zur politischen Bildung, Band 17). Studien-Verlag, Wien, München, 2000, S. 58-59, http://europa.eu.int/abc/history/index_de.htm; Meilensteine der EU-Erweiterung, in: Forum Politische Bildung (Hg.), EU 25 - Die Erweiterung der Europäischen Union (Informationen zur Politischen Bildung, Band 19), Innsbruck/Wien/München/Bozen 2003; http://europa.eu.int, Eigenrecherchen)

http:// www.demokratiezentrum.org /38413f9d5164bb9c05348da2e7e4099a/de/startseite/wissen/timelines/chronik_der_europaischen_einigung_1950-2007.html

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