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Die österreichisch-jugoslawischen Beziehungen im 20. Jahrhundert

Abstract des Vortrages von Dusan Necak vom 1. Juni 2001

Dusan Necak beschränkt sich in seinem Vortrag auf einige historische Stationen der Geschichte der zwischenstaatlichen Beziehungen der beiden Länder in den Jahrzehnten von 1918 bis 1991 und beleuchtet diese vom jugoslawischen Standpunkt aus. Zu diesen Stationen und Ereignissen zählen die Grenzfrage in Kärnten und der Steiermark (Kärntner Volksabstimmung und Mariborer/Marburger Frage), die einschneidenden Ereignisse der Dreißigerjahre (insbesondere der Jahre 1934 und 1938 in Österreich), der Zweite Weltkrieg, das Nachkriegsschicksal der jugoslawischen "Deutschen" und die Position Österreichs zum Zerfall Jugoslawiens.

Über die für beide Staaten entscheidenden Verhandlungen zur Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages und die Lösung der so genannten Minderheitenfrage im Zusammenhang mit der Umsetzung des Artikels 7 – sehr relevant für die bilateralen Beziehungen in der Nachkriegszeit – wurde sowohl in der jugoslawischen als auch in der österreichischen Geschichtsschreibung sehr viel geschrieben. Sie kommen in diesen Ausführungen daher nicht mehr vor. Es dürfte sich dabei wohl um die bekanntesten Problemkreise der bilateralen Beziehungen handeln, durch die sich Grenz- und Minderheitenfragen wie ein roter Faden ziehen.

Die Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg

Ende 1918 gelang es den Slowenen durch die militärischen Erfolge der freiwilligen "Kämpfer um die Nordgrenze" unter Führung des k.-u.-k.-Majors und späteren jugoslawischen Generals Rudolf Maister die so genannte Untersteiermark (oder slowenische Steiermark) zu besetzen. Hier lebte eine mehrheitlich slowenische Bevölkerung, in den Städten jedoch gab es eine starke deutsche Population. Auch im südlichen Teil Kärntens lebte eine starke slowenische Minderheit; hier stellten sich dem slowenischen Freiwilligenheer die so genannten Abwehrkämpfer entgegen. Die bewaffneten Auseinandersetzungen hielten bis zum Sommer 1919 an.

Unter Einfluss der Kämpfe in Kärnten versuchten die steirischen Deutschen im Februar 1919 Radgona/Radkersburg einzunehmen, was misslang. In Gesprächen zwischen der steirischen und der slowenischen Landesregierung wurde die Abtretung von Radgona/Radkersburg und Spilje/Spielfeld an Jugoslawien vereinbart. Endgültig wurde über die Grenzziehung im Süden Österreichs zu Jugoslawien auf der Friedenskonferenz in Paris in einer Sitzung der "großen Vier" (Woodrow Wilson/USA, James Balfour/Großbritannien, André Tardieu/Frankreich und Sidney Sonnino/Italien) am 16. Mai 1919 entschieden.

Für das Klagenfurter Becken wurde eine Volksabstimmung vorgesehen, in der die Bevölkerung nicht über die ethnische Zugehörigkeit, sondern über den Staat, in dem sie leben wollte, abstimmen sollte. Diese Volksabstimmung unter Aufsicht der Alliierten wurde mit 49:51 Prozent zu Gunsten des Verbleibs bei Österreich entschieden. Auch viele Slowenen hatten dafür gestimmt. Dennoch verlor Kärnten von ihm beanspruchte Gebiete an Jugoslawien (z.B. Meziska dolina/Mießtal) und Italien (z.B. Kanaltal). In der Steiermark wurde die Mura/Mur als Grenzfluss festgelegt: Jugoslawien verlor Radgona/Radkersburg, Österreich die Möglichkeit, über eine Volksabstimmung den Anschluss einiger Teile der so genannten Untersteiermark zu gewinnen. Besiegelt wurde diese Grenzziehung am 10. September 1919 im Friedensvertrag von Saint Germain.

Auf diese Weise verblieben in Österreich ca. 100.000 Slowenen in Kärnten und der Steiermark und einige Tausend Kroaten im Burgenland; in Slowenien lebten ca. 30.000 "Deutsche", in ganz Jugoslawien eine 500–700.000 Menschen zählende deutsche Minderheit: die zweitstärkste nach den Albanern. Die Slowenen fanden sich nun auf vier Staaten aufgeteilt; in keinem fühlten sie sich wirklich sicher. Ihre Hoffnungen knüpften sie vor allem an den jugoslawischen Staat, in dem sie sich – trotz des zentralistischen Ordnungsprinzipes dieses Staates – am harmonischsten entwickelten. Auch die "deutsche" Minderheit fand sich in Jugoslawien in einem multinationalen Staat, dessen Behörden ihr nicht selten abgeneigt waren. Der Vertrag von Saint Germain verpflichtete alle Unterzeichnerstaaten, die (ethnischen, sprachlichen oder religiösen) Minderheiten auf ihrem Staatsgebiet zu schützen. Die Lage der Minderheiten in den beiden Staaten wurde ein Dauerthema der bilateralen Beziehungen.

Die markanten politischen Ereignisse der Zwischenkriegszeit

Bereits seit der Mitte der Zwanzigerjahre herrschte in der jugoslawischen Politik und Öffentlichkeit die Angst vor einem möglichen "Anschluss" Österreichs an Deutschland: Der Machtantritt der Nationalsozialisten in Deutschland 1933 und der Klerofaschisten in Österreich unter Kanzler Engelbert Dollfuß 1933 verstärkten diese Ängste noch. In der ersten Hälfte der Dreißigerjahre war die jugoslawische Regierung ebenso anti-österreichisch wie anti-nazistisch eingestellt. Die anti-österreichische Haltung beruhte unter anderem auf der Feindschaft zwischen Jugoslawien und Italien sowie Ungarn, zwei Nachbarländer mit Gebietsansprüchen gegen Jugoslawien. Italien, das sich v. a. unter den Faschisten als Beschützerin Österreichs aufspielte, und Ungarn galten als Freunde Österreichs. Weiters beruhte die anti-österreichische Stimmung auf der Angst vor der Wiederherstellung der Habsburger-Herrschaft in Österreich sowie vor der Ustascha-Bewegung, die von Österreich und Ungarn offen unterstützt wurde und mit der Ermordung des jugoslawischen Königs Alexander (1934) ihren Höhepunkt erreichte.

Sowohl der Versuch der Gründung einer deutsch-österreichischen Zollunion 1931 (die Umsetzung wurde von den Unterzeichnerstaaten des Vertrages von Saint Germain und den führenden europäischen Mächte verhindert) als auch die Aufhebung der Anti-Habsburger-Gesetzgebung in Österreich am 4. Juli 1935 lösten daher heftige jugoslawische Reaktionen aus. Überhaupt schien Jugoslawien eine Restaurierung der Habsburgerherrschaft in Österreich mehr zu fürchten als ein Großdeutsches Reich.

Betrachtet man die Reaktionen der jugoslawischen Politik auf die Ereignisse in Österreich des Jahres 1934, so zeichnet sich bereits eine Haltungsänderung v. a. in der Frage des "Anschlusses" Österreichs an Deutschland ab. Die jugoslawische Presse unterstrich noch mit Nachdruck die Notwendigkeit der Erhaltung der österreichischen Unabhängigkeit, während die amtliche Politik diese Ausrichtung bereits nicht mehr uneingeschränkt verfolgte.

Im Februar 1934 verurteilte Jugoslawien die Maßnahmen der Dollfuß-Regierung gegen die österreichische Sozialdemokratie, waren die Sozialdemokraten doch Gegner sowohl der Wiederherstellung der Habsburgerdynastie wie auch der Schaffung einer Einheitsfront zwischen Italien, Ungarn und Österreich: Beides betraf zentrale Ängste der jugoslawischen Politik der Zwischenkriegszeit. Jugoslawien nahm österreichische Sozialdemokraten auf und ermöglichte ihnen auch die weitere Emigration.

Zugleich ist ab Anfang Februar 1934 eine Zunahme von Berichten über eine enger werdende Verbindung zwischen der österreichischen NSDAP, die offen den "Anschluss" Österreichs an Deutschland betrieb, und der jugoslawischen Politik zu verzeichnen. So wurden Maribor/Marburg und Ljubljana/Laibach zu Stützpunkten der österreichischen NSDAP in ihren anti-österreichischen Aktionen. Nach dem gescheiterten nationalsozialistischen Putsch in Österreich nahm Jugoslawien rund 3.000 Flüchtlinge auf, die von den Behörden und den kulturpolitischen Organisationen der deutschen Minderheit in Jugoslawien (z.B. der schwäbisch-deutsche Kulturbund) versorgt wurden. Die österreichischen diplomatischen und polizeilichen Berichte dieser Jahre bringen die Entrüstung der österreichischen amtlichen Politik gegenüber der jugoslawischen Haltung zu diesen Ereignissen klar zum Ausdruck. Hier herrschte der Eindruck, dass Jugoslawien an der Selbstständigkeit Österreichs nicht unmittelbar interessiert sei.

Besondere Erwähnung verdient das Angebot der Kärntner Nationalsozialisten an Jugoslawien, das diese ab 1933 durch Vertreter von Ljubljana/Laibach unterbreiteten: Sie boten Jugoslawien das gesamte "Plebiszitgebiet" an, falls es zum "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich kommen sollte.

Jugoslawien und der "Anschluss"

Mindestens seit Oktober 1937 war die Regierung von Milan Stojadinovic (24. Juni 1935 – 5. Februar 1939) überzeugt, dass nach Lage der Dinge in Österreich der "Anschluss" zu erwarten war. Bereits im Januar 1938 hatte er (was er abstritt) eine Unterredung mit Hitler geführt, in der dieser zusicherte, keine territorialen Forderungen an Jugoslawien zu stellen. Die amtliche Stellungnahme Jugoslawiens zum "Anschluss" war identisch mit der anderer europäischer Staaten: Man betrachtete die Sache als innere Angelegenheit Deutschlands und erkannte ihn bereits am 19. März völkerrechtlich an. Diese Position war jedoch innenpolitisch umstritten und der Akt an sich löste große Beunruhigung und Sorge um das Schicksal Jugoslawiens, insbesondere Sloweniens, aus. Auch ein Großteil der jugoslawischen Öffentlichkeit trat entschieden gegen die Appeasement-Politik der Regierung Stojadinovic Deutschland gegenüber auf, die diesen Widerstand jedoch durch Zensurmaßnahmen zu unterdrücken versuchte.

Der Zweite Weltkrieg

Im April 1941 griff das Deutsche Reich Jugoslawien an. Nach Berechnungen jugoslawischer Gerichte waren 46 Prozent der Kriegsverbrecher der Deutschen Wehrmacht auf jugoslawischem Gebiet Österreicher, zwischen 70 und 80 Prozent der Funktionen des Besatzungsapparates in Slowenien (nach Berechnungen österreichischer und slowenischer Historiker) wurden von Österreichern wahrgenommen. Diese Tatsachen waren entscheidend für die bilateralen Nachkriegsbeziehungen. Auch die Beteiligung der "Volksdeutschen" in Jugoslawien an der deutschen Besatzung bestimmte das kritische Nachkriegsverhältnis zu dieser Minderheit entscheidend.

In Österreich selbst arbeitete die anti-faschistische Österreichische Freiheitsfront eng mit dem slowenischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zusammen. Zu Kriegsende besetzte die slowenische/jugoslawische Armee einige Wochen lang Teile Kärntens, musste sich aber unter dem Druck der Alliierten wieder zurückziehen. Vor allem die Verschleppung von Personen durch die jugoslawischen Behörden in dieser Zeit hinterließen Spuren in der deutschen Bevölkerung Kärntens.

Nach Kärnten zogen sich auch Mitglieder der Kollaborationsarmeen der Slowenen und der Kroaten samt Teilen der Zivilbevölkerung zurück. Sie wurden jedoch von den Briten nach Jugoslawien zurückgeführt und dort zu Tausenden ohne Gerichtsverfahren hingerichtet. Diejenigen, die am Leben blieben, bildeten nach dem Krieg den Kern der jugoslawischen anti-titoistischen politischen Emigration, die bis zum Zerfall des jugoslawischen Staates einen störenden Faktor der bilateralen Beziehungen darstellte.

Das Schicksal der jugoslawischen/slowenischen "Deutschen"

Bereits in der Zwischenkriegszeit waren die Beziehungen zwischen der deutschen nationalen Minderheit in Jugoslawien und den Behörden schlecht. Sie verschlechterten sich noch durch die genozide Besatzungspolitik der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg sowie durch die Kollaboration vieler "einheimischer Deutscher". Viele verließen Jugoslawien mit dem Rückzug der Deutschen Wehrmacht. Nach amtlichen Schätzungen blieben 2.000 in Slowenien und ca. 65.000 in Gesamtjugoslawien zurück: Das entsprach einem Zehntel der Vorkriegsbevölkerung. Für die Beziehungen zwischen Österreich und Jugoslawien sind insbesondere die "Altösterreicher" in Slowenien von Bedeutung, die so genannten untersteirischen Deutschen, die "Gotscheer Deutschen", die "Deutschen" aus dem Übermurgebiet und jene, die in einigen slowenischen Städten lebten. Vor dem Krieg fühlten diese sich als Deutsche; in der Nachkriegszeit begannen manche sich zur österreichischen Nation zu zählen.

Die Abrechnung der jugoslawischen/slowenischen Behörden mit den "Deutschen" in der Nachkriegszeit war so gründlich, dass bis in die Neunzigerjahre die Meinung vorherrschte, es gebe in Jugoslawien und Slowenien praktisch keine "Deutschen" mehr. Grundlage dieser Politik war der berüchtigte Erlass des Präsidiums des AVNOJ (Antifaschistischer Rat der nationalen Befreiung Jugoslawiens) vom 21. November 1944: der "Erlass über die Überführung feindlichen Vermögens in Staatseigentum, die staatliche Verwaltung des Vermögens abwesender Personen und die Beschlagnahme des von den Besatzungsmächten gewaltsam entfremdeten Vermögens". Auf dieser Grundlage wurde unter anderem das gesamte in Jugoslawien befindliche Vermögen des Deutschen Reiches und seiner Bürger und das gesamte Vermögen von Personen deutscher Volkszugehörigkeit, die nicht der Nationalen Befreiungsarmee oder den Partisaneneinheiten angehört hatten, enteignet. Die, die nicht geflohen waren, wurden in Lager eingewiesen: Arbeits- und Vernichtungslager, deren Verhältnisse im Allgemeinen den in den nationalsozialistischen deutschen Lagern herrschenden ähnlich waren.

Besonderheiten der "Abrechnung mit den Deutschen" in Slowenien

Von der deutschen Schuld an der Verfolgung der Slowenen waren in Slowenien sowohl das kommunistische wie auch das antikommunistische Lager überzeugt. Pläne zur "Lösung" der deutschen Frage durch Beschlagnahmung des Vermögens (als Zahlung eines Teils der Reparationen) und durch Aussiedlung entstanden in beiden Lagern und stimmten auch mit Plänen der Alliierten, vor allem der Briten, überein. Mit Festnahmen und Einweisungen der verbliebenen "Deutschen" in Lager begann man in Slowenien bereits einige Tage nach der Befreiung am 9. Mai. Auch wurde in Slowenien mit "besonderer Hast" mit den Hinrichtungen begonnen. Eine weitere Besonderheit waren die Vertreibungsaktionen, vor allem der Frauen und Kinder, über die Grenze nach Österreich; Aktionen, die bis zum Sommer 1948, als man in ganz Jugoslawien die Lager für "Deutsche" aufzulösen begann, andauerten.

Ab 1948 begann sich die Situation der "Deutschen" in Jugoslawien zu bessern; Minderheitenrechte wie andere nationale Minderheiten genossen sie jedoch keine. Für die jugoslawischen Behörden war die Frage der "Deutschen" ein für allemal gelöst und die wissenschaftliche Erforschung dieser Problematik galt als Tabu. Auch wurde in diesen Jahrzehnten kaum einmal darauf hingewiesen, dass gewiss nicht alle "Deutsche" mit "blutigen Händen" an den Nazi-Verbrechen beteiligt gewesen waren. Auf der anderen Seite setzte sich auch Österreich in der ganzen Zeit des Nachkriegs-Jugoslawien nie als Schutzmacht für die Reste dieser Minderheit ein. Zum Ausbruch kam die Problematik erst nach dem Zerfall Jugoslawiens und mit der Gründung der Nachfolgestaaten.

Der Zerfall Jugoslawiens und die Anerkennung Sloweniens und Kroatiens

Österreich zählte zu den Staaten, die sich angesichts der Ereignisse 1991 militärisch bedroht fühlten, fanden doch im Juni 1991 Auseinandersetzungen zwischen der slowenischen Territorialverteidigung und der jugoslawischen Armee unmittelbar an seiner Grenze statt. Neben Deutschland zählte jedoch Österreich auch zu den stärksten Unterstützern der kroatischen und slowenischen Unabhängigkeit. Der österreichische Außenminister Alois Mock war eine wichtige Informationsquelle, was die Positionen der westlichen Staaten betraf, und auch in humanitärer und wirtschaftlicher Hinsicht leistete Österreich Slowenien Hilfe auf vielfältigste Art.

Österreich hatte zunächst, wie andere europäische Staaten, politische und wirtschaftliche Reformen in Jugoslawien unterstützt, weil es sich davon einen stabilen Nachbarstaat versprach. Besonders eng (auch aus historischen Gründen) war jedoch immer die Zusammenarbeit mit Slowenien und Kroatien. Serbien bezichtigte Österreich daher auch seit 1989, die separatistischen Bestrebungen dieser beiden Nationen zu begünstigen, wenn auch nur als verlängerter Arm Deutschlands. Österreich hielt jedoch seine Kontakte zu Belgrad aufrecht.

In den Monaten der Zuspitzung verhielt sich Österreich den slowenischen Unabhängigkeitsbestrebungen gegenüber zunächst vorsichtig. Der sozialdemokratische Bundeskanzler Franz Vranitzky warnte Alois Mock, den von der ÖVP gestellten Außenminister, eine verfrühte Anerkennung könnte noch heftigere Konflikte in Kroatien auslösen. Der Europäischen Gemeinschaft (der Österreich noch nicht angehörte) versicherte er am 17. September 1991 auf der Friedenskonferenz in Den Haag, Österreich werde sich dem Standpunkt der EG unterordnen. Als im November klar wurde, dass ein Abkommen durch die Blockade seitens Serbien nicht zu Stande kommen würde, begann sich Österreich – wie Deutschland – umgehend für eine Anerkennung der staatlichen Unabhängigkeit Sloweniens einzusetzen. Noch bis zum 16. Januar 1992, dem Tag der Anerkennung, gab es heftige Unstimmigkeiten in dieser Frage zwischen den Koalitionspartnern SPÖ und ÖVP. Mit dem 16. Januar 1992 beginnt die Geschichte der österreichisch-slowenischen Beziehungen.

Univ. Prof. Dusan Necak ist Spezialist für europäische und slowenisch/jugoslawische Geschichte an der Universität in Ljubljana/Laibach. Fachliche Schwerpunkte: Nationalismus, Minderheiten-Fragen, österreichische Zeitgeschichte und politische Geschichte.

Österreich: 15 europäische (Be)Wertungen zur Gegenwartsgeschichte im 20. Jahrhundert. Ringvorlesung am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (SS 2001)
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