Gender Studies zwischen Kulturkritik und politischer Affirmation?
Vortrag von Kornelia Hauser am 24. Jänner 2002Der Zusammenbruch der staatssozialistischen Länder und die aus Frankreich und den USA importierten diskurstheoretischen und poststrukturalistischen Gender-Debatten haben die Wissenschaftslandschaften umfassend verändert. Gender wurde auch zu einer Kategorie, welche das "Überwintern" in einer paralysierten (politischen) Situation ermöglichte. Wo gesellschaftliche Alternativen undenkbar wurden, weil die schlechte Alternative zerstört war, erschien es zunächst kaum möglich, konkrete Negationen – die Haupttätigkeit kritischer Sozialwissenschaft – zu entwickeln. Die Rückbesinnung auf – poststrukturalistisch inspirierte – Theoriearbeit hat neue Begriffs-Räume eröffnet. Aber was ging und geht verloren im Rahmen einer rein "immanenten Kritik", die sich keinen Horizont, keine Utopie, keinen "Soll-Zustand" geben darf bzw. kann?
Kornelia Hauser, Univ.-Prof. Dr., Institut für Erziehungswissenschaften/Universität Innsbruck
Gender Studies: Denkachsen und Perspektiven der Geschlechterforschung. 7. Frauen-Ringvorlesung/Institut für Geschichte der Universität Salzburg (WS 2001/2002)

