
Wahlplakat der SPÖ für die Wiener Gemeinderatswahl vom 25. Oktober 1959
Quelle: Plakatdokumentation Kunisch
Bei den Wiener Gemeinderatswahlen vom 17. Oktober 1954 warb die SPÖ damit, dass "Wien wieder Weltstadt" werden muss. Affichiert wurden die städtebaulichen Errungenschaften des Wien der 1950er Jahren, die dazu beitragen sollten, dass Wien den Anschluss an die Moderne schafft: den 1955 nach Plänen von Erich Boltenstein fertig gestellten Ringturm am Donaukanal (Baubeginn 1953) als erstes Wiener Hochhaus, das diesem Namen gerecht wird, und die 1958 nach Plänen von Rainer Rainer eröffnete Stadthalle (Baubeginn 1955). Ein Flugzeug über Wien sollte die neue internationale Bedeutung, die Wien erhalten sollte, symbolisieren.
Bei den folgenden Gemeinderatswahlen vom 25. Oktober 1959 plakatierte sie bereits "Weltstadt Wien wählt SPÖ". Im Gegensatz zu den Wahlen 1954, als Wien noch Weltstadt werden musste, war Wien – laut Wahlwerbung der SPÖ – 1959 somit bereits eine solche. Der Hinweis darauf, dass dies von der SPÖ auf ihre Politik zurückgeführt wird, fehlt hingegen auf dem Plakat. Implizit war dieser wegen der SPÖ-Wahlwerbung 1954, der Aussagen von SPÖ-Politikern und dem Umstand, dass die SPÖ in den letzten Jahren sowohl den Bürgermeister als auch die Mehrheit der Abgeordneten im Wiener Gemeinderat gestellt hat, aber sehr wohl vorhanden.
Zu den Wiener Gemeinderatswahlen vom 25. Oktober 1959:
Bei den Wiener Gemeinderatswahlen vom 17. Oktober 1954 erzielten die einzelnen Parteien folgendes Ergebnis:
SPÖ: 558.521 der abgegebenen Stimmen (54,41%) und 60 Mandate
ÖVP 332.027 der abgegebenen Stimmen (32,35%) und 33 Mandate
FPÖ 82.322 der abgegebenen Stimmen (8,02%) und 4 Mandate
KLS (Kommunisten und Linkssozialisten) 53.575 der abgegebenen Stimmen (5,22%) und 3 Mandate.
Nachdem der WdU/VdU 1954 aus dem Wiener Gemeinderat ausgeschieden war, gelang seiner Nachfolgepartei, der FPÖ, 1959 somit wieder der Einzug in diesen. Die SPÖ konnte gegenüber den Wahlen 1954 ein Mandat dazu gewinnen, die ÖVP und die KLS – 1954 hatten die Kommunisten innerhalb des Wahlbündnisses "Volksopposition" kandidiert – verloren leicht (ÖVP minus 2 Mandate, KLS minus 3 Mandate).

