
Wahlplakat der FPÖ für die Wiener Gemeinderatswahl vom 10. November 1991
Quelle: Plakatdokumentation Kunisch
Im Wahlkampf 1991 setzte die FPÖ massiv auf das Thema Migrationspolitik / Zuwanderung nach Wien. Sie plakatierte "Wien soll uns Wienern Heimstadt bleiben" und "Wien darf nicht Chicago werden". Sie instrumentalisierte damit deutlich das Feindbild "AusländerIn", in dem sie einerseits vor einer "Überfremdung" und andererseits vor einem (durch Migration hervorgerufenden) Ansteigen der Kriminalität warnte. Neben dem Feindbilddiskurs war die Kommunikationspolitik der FPÖ 1991 somit stark durch den Faktor Angsterzeugung geprägt; insgesamt wurde v.a. versucht, die WählerInnen auf emotionaler Basis zu erreichen.
Zu den Gemienderatswahlen vom 10. November 1991:
Bei den Gemeinderatswahlen vom 13. November 1991 waren insgesamt 1.125.058 WienerInnen wahlberechtigt. Von den insgesamt 735.990 abgegebenen Stimmen waren 718.306 Stimmen gültig. Die Wahlbeteiligung betrug 65,42%.
Die gültig abgegebenen Stimmen verteilten sich folgendermaßen auf die kandidierenden Parteien:
SPÖ: 343.403 der abgegebenen Simmen (47,81%), 52 Mandate
FPÖ: 161.904 der abgegebenen Stimmen (22,54 %), 23 Mandate
ÖVP: 129.678 der abgegebenen Stimmen (18,05%), 18 Mandate
Grüne: 65.245 der abgegebenen Stimmen (9,08%), 7 Mandate
VGÖ: 13.035 der abgegebenen Stimmen (1,8%), 0 Mandate
KPÖ: 4.598 der abgegebenen Stimmen (0,64 %), 0 Mandate
Den Einzug in den Wiener Gemeinderat schafften somit die SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne. Die SPÖ konnte zwar ihre Mandatsmehrheit erhalten, verlor gegenüber den vorhergehenden Wahlen im Jahr 1987 aber deutlich (zuvor 54, 9% der Stimmen und 62 Mandate). Massive Verluste zu verbuchen hatte die ÖVP (1987 28,4% der Stimmen und 30 Mandate), während die FPÖ und die Grünen zu den eindeutigen Wahlgewinnern zählten. So wurde die FPÖ bei den Gemeinderatswahlen 1991 erstmals zur zweitstärksten Partei in Wien (1987 9,7% der Stimmen und 8 Mandate); den Grünen gelang 1991 erstmals der Einzug in den Wiener Gemeinderat.
Quelle: Rauchenberger, Josef, Stichwort Demokratie. 50 Jahre Zeitgeschehen, Wien 1994.

