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Pionierinnen der Frauenbewegung - Frauen in der Politik

Im Modul Pionierinnen der Frauenbewegung - Frauen in der Politik werden Frauen portraitiert, die sich für die Rechte der Frauen und deren Umsetzung in der Politik engagiert haben und / oder die "gläserne Decke" durchstoßen haben, also jeweils die erste Inhaberin eines politischen Amtes waren, das bis dato nur von Männern bekleidet worden war.

Jede Frau wird mit einer Kurzbiographie, einem Foto und weiteren Hintergrundinformationen vorgestellt. Zusammen ergeben die einzelnen Portraits, die in einer Gallery gesammelt werden, einen biografischen Einblick in die jüngere Frauengeschichte.



Aktuell: Vigdís Finnbogadóttir


© Office of the President of Iceland 2006

Vigdís Finnbogadóttir, isländische Staatspräsidentin von 1980 bis 1996, war weltweit das erste demokratisch gewählte weibliche Staatsoberhaupt. Vor ihr fungierten bereits drei Frauen – allerdings nicht auf Basis demokratischer Wahlen an der Spitze eines Staates: Khertek Anchimaa-Toka (Präsidentin von Tuva 1940-1944), Suhbaataryn Yanjmaa (Präsidentin der Mongolei 1953-1954), Maria Estella (Isbaela) Martinez de Pérón (Präsidentin von Argentinien zwischen 1974 und 1976).

Vigdís Finnbogadóttir wurde am 15. April 1930 in Reykjavik geboren. Ihr Vater Finnbogi Thorvaldsson war Bauingenieur und Universitätsprofessor, ihre Mutter Asta Sigridur Eiriksdottir arbeitete als Krankenschwester. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Reykjavik studierte sie von 1949 bis 1953 Französisch und französische Literatur in Grenoble und an der Sorbonne in Paris sowie von 1957 bis 1958 Theatergeschichte in Kopenhagen und Reykjavik. Sie erwarb einen BA in Französisch an der Universität von Island und erhielt 1968 die Lehrbefugnis.

Finnbogadóttir engagierte sich in der freien Theaterszene und war von 1954 bis 1957 und von 1961 bis 1964 als Pressereferentin des Nationaltheaters von Island tätig. Sie unterrichtete von 1962 bis 1967 und von 1967 bis 1972 als Gymnasiallehrerin in Reykjavik und Hamrahlíð, lehrte an der Universität von Island und trat im isländischen Fernsehen bei Kulturbeiträgen und Französisch-Kursen auf. Von 1972 bis 1980 war sie Direktorin des Stadttheaters in Reykjavik.

Am 29. Juni 1980 wurde Finnbogadóttir, parteilos, geschieden und Alleinerzieherin einer adoptierten Tochter, gegen drei männliche, ebenfalls parteilose Mitbewerber mit knapper Mehrheit zur Staatspräsidentin von Island gewählt. 1984, 1988 und 1992 wurde sie in dieser Funktion bestätigt, wobei sich jedoch sowohl 1984 und 1992 kein Gegenkandidat/keine Gegenkandidatin fand und Finnbogadóttir deshalb ohne Urnengang ("stille Wahl“) in ihrem Amt bestätigt wurde. Die Wahl 1988 – diesmal mit Gegenkandidatin – konnte sie aber mit großer Mehrheit für sich entscheiden. Im Herbst 1995 kündigte sie an, sich 1996 nicht mehr um das Amt der Staatspräsidentin zu bewerben, im August 1996 folgte ihr Òlafur Ragnar in dieser Funktion nach. Als Staatspräsidentin waren für Finnbogadóttir v.a. die Wahrung der isländischen Kultur und Sprache, Erziehung und Bildung, die Wiederbegrünung Islands und die Gleichberechtigung der Frauen wichtig.

1996 wurde auf ihre Initiative der "Council of Women World Leaders" als Netzwerk von amtierenden und ehemaligen Regierungschefinnen und Staatspräsidentinnen gegründet, dessen erste Vorsitzende Finnbogadóttir auch war. Als UNESCO-Botschafterin setzte und setzt sich Finnbogadóttir v.a. für die Förderung sprachlicher Vielfalt, für Frauenrechte und Bildung ein. Ihre Wahl zur ersten weiblichen Staatspräsidentin im Jahr 1980 kommentierte sie im September 2007 damit, dass sie über die Wahl nicht stolz nicht war, sie ihre Landsleute aber für den "Schneid, eine Frau zu wählen" bewundere, zumal sie damals nicht in einer Partei verankert oder in der olitik tätig war, sondern Direktorin des Stadttheaters in Reykjawik war. Mit ihrer Kandidatur 1980 wollte sie beweisen: "Eine Frau kann das!" (Ich liege jeden zweiten Tag im Hot Pot, in: Der Tagesspiegel, 23.9.2007)

Maria Wirth

Quellen: http://english.forseti.is/, www.bundestag.de/bic/analysen/2005/2005_11_21.pdf, http://biografien-news.blog.de/?tag=staatspr%E4sidentinnen, http://www.capwip.org/participation/womenheadofstate.html (alle 12.12.2007), Ich liegen jeden zweiten Tag im Hot Pot, in: Der Tagesspiegel, 23.9.2007

Gallery
Hier finden Sie alle portraitierten Frauen. Die Gallery umfasst sämtliche Biographien des Moduls.
Gallery Zenzi Hölzl
Hier finden Sie eine Bilderserie zur ersten Bürgermeisterin in Österreich
Videos
Beiträge aus der Austria Wochenschau über österreichische Politikerinnen
Timelines
Chronologie zum Thema Erste Amtsinhaberinnen in der Politik in Österreich und International

Chronologie zum Thema Frauen in der Politik - Positionsinhaberinnen und institutionelle Frauenpolitik in Österreich
Weitere Informationen am virtuellen Wissenszentrum
Zur Geschichte der Grund- und Menschenrechte

Frauenpartei

Allgemeiner österreichischer Frauenverein

Bund österreichischer Frauenvereine
Literaturtipps
Feigl, Susanne: Politikerinnen in Wien.1848-2000. Biographien.Wien 2000. Eine Publikation des Frauenbüros der Stadt Wien (MA 57)

Parlamentsdirektion (Hg.):
Olga Rudel-Zeynek. Pionierin im Parlament
. Wien 2003.

Biographie über Grete Rehor (DATUM 03/06)
Primärtexte
Olympe de Gouges: "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“

Mary Wollstonecraft: "Ein Plädoyer für die Rechte der Frau"

Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau. Rowohlt , dt. Neuausgabe 2000.
Webtipps
Europäisches Jahr der Chancengleichheit 2007
Rosa Mayreder College

Caritas Socialis

Unbekanntes Wien

Website zu Johanna Dohnal

Johanna-Dohnal-Archiv

EMMA - das politische Magazin von Frauen

Salon 21 - Forschungsplattform zur Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte

Frauenbiographien auf www.ceiberweiber.at

ÖNB/ariadne: Virtuelle Ausstellung "Frauen wählet!"
Initiative
Ein Teil der Aktion fand im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung 2007 statt.

http:// www.demokratiezentrum.org /c7a70e71f39e25d1ae850dfd60d33f8c/de/startseite/themen/genderperspektiven/pionierinnen/index.html

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