zur normalen Ansicht

Themen > Europa > Europawahlen - Wahlen in Europa > Tschechien 2004 > Die Hnutinezavislych im tschechischen EU-Wahlkampf 2004

Die Partei Hnuti nezavislych im tschechischen EU-Wahlkampf 2007


Ihre Stimme wird endlich zu hören sein
Wahlplakat der HN für die Wahlen zum Europäischen Parlament am 11./12. Juni 2004
Im Vergleich zur anti-europäischen Rhetorik evoziierten die Wahlplakate einen pro-europäischen Eindruck durch die Verwendung europäischer Symbole, die auf den Plakaten zum Teil fast mehr Raum einnahmen als die tschechischen Nationalfarben. Auch hier wurde aber eine stärkere Vertretung der Tschechischen Republik in der EU gefordert.
Quelle: www.hnutinezavisli.cz

Die Hnutí nezávislých (Bewegung Unabhängiger, HN), die neben der ODS (Bürgerlich-Demokratische Partei) und der KSČM (Kommunistische Partei) zu den Europa-skeptischen Parteien in der Tschechischen Republik zählt, verzeichnete mit mehr als 8 Prozent der abgegebenen Stimmen einen unerwarteten Wahlerfolg. Sie erreichte zum ersten Mal in der Geschichte der Tschechischen Republik genügend Stimmen, um in ein Parlament einzuziehen und entsendete zwei VertreterInnen ins EU-Parlament nach Straßburg. Der Spitzenkandidat Vladimír Železný wurde Mitglied der Fraktion der Unabhängigen und Demokraten; Jana Bobošíková blieb fraktionslos.

Im Wahlkampf kritisierte die HN die ihrer Meinung nach schlecht ausgehandelten Beitrittsbedingungen, die nach Meinung der Bewegung sogar die schlechtesten der 2004 insgesamt beigetretenen zehn neuen Mitgliedsländer waren. Sie warnte vor dem Einfluss der großen Mitgliedsstaaten in der EU, die ihre Position auf Kosten der kleineren Mitgliedsstaaten noch weiter ausbauen wollten. Den Europäischen Verfassungsvertrag lehnte sie im Hinblick auf die zukünftige Föderation ab und forderte eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, da diese für die tschechischen Landwirte diskriminierend sei. Das Thema Außenpolitik fehlte in ihrem Programm.

Quellen:
Černoch Pavel. Česká integrační politika. S. 15-30. In: Pick Otto, Handl Vladimír a kol. Zahraniční politika České republiky 1993-2004. Úspěchy, problémy a perspektivy. IIR, Praha 2004, s. 268.
Dürr Jakub a kol. Evropeizace české politické scény – politické strany a referendum o přistoupení v Evropské Unii. Mezinárodní vztahy 1/2004. Institut mezinárodních vztahů, Praha 2004, s. 27-49.
Eurobarometer 2004.1 + 62 http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_arch_en.htm
Gehrold Stefan. Tschechien sagt „ja“ zu Europa – Wahlerfolg der oppositionellen ODS. Konrád-Adenauer-Stiftung e.V., Aussenstelle Prag 2004, s. 2-5.
Handl Vladimír a kolektiv. Česká zahraniční politika před vstupem do Evropské unie. Mezinárodní politika 1/2002, IIR Praha, s. 9-11.
Christian Lequesne, Michel Perottino. Evropské volby: Češi neprojevili velký zájem. 8.9.2004 www.integrace.cz
Ort Alexander. Česká zahraniční politika. Vydavatelství a nakladatelství Aleš Čeněk, s.r.o, Plzeň 2005, s. 400.
Šaradín Pavel a kol. Volby do Evropského parlamentu v ČR. Periplum, Olomouc 2004, s. 317.
Šaradín Pavel. Die politische Situation in der Tschechischen Republik. Working papers 4/2005, Fridrich Ebert Stiftung, 2005 Prag, s. 20.

→ zurück zu: Die Tschechoslowakei / Tschechische Republik und Europa
→ zurück zu: Europawahl 2004
→ weiter zu: ÜBERBLICKSSEITE Parteien und Positionen im tschechischen EU-Wahlkampf 2004 / Wahlplakate

Text: Pavel Dvořák
(Last Update 04/2008)


http:// www.demokratiezentrum.org /85fd59b49b192c6e2cb4e816178fb6cd/de/startseite/themen/europa/europawahlen_-_wahlen_in_europa/tschechien_2004/die_hnutinezavislych_im_tschechischen_eu-wahlkampf_2004.html

Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org